Das oben genannte Buch “Gleicheit ist Glück – Warum gerechte Gesellschaften besser für alle sind” von Kate Pickett und Richard Wilkinson habe ich vor ein paar Monaten gelesen. Die Grundaussage ist, dass je größer die Schere zwischen Arm und Reich, also je größer die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen ist, desto mehr häufen sich soziale Probleme (Bildung, Gesundheit, Kriminalität). Bei Kriminalität lässt sich der Vergleich sehr gut sehen. In Deutschland beträgt der Anteil der Inhaftierten 0,1 % an der Gesamtbevölkerung im Vergleich zu ca. 0,7 % in den USA. Dabei sei der Gini-Koeffizient erwähnt, welcher als Masszahl für Ungleichverteilung von z.B. Einkommen dient. Dieser reicht von 0 bis 1. Wobei 0 ausdrückt, dass jeder das gleiche Einkommen hat und 1, dass sich das gesamte Einkommen auf eine Person konzentriert. Der Unterschied von Deutschland mit einem Gini-Koeffizienten von ca. 0,28 und den USA mit ca. 0,48 wird deutlich. Oder ganz simpel ausgedrückt: Wenn alle ungefähr das Gleiche haben, ist niemand neidisch und muss auch nicht stehlen. Im Buch werden noch weitere Beispiele aufgeführt und Vergleiche gezogen. Was man im Hinterkopf vielleicht schon immer gefühlt hat, haben die beiden Wissenschaftler schlüssig belegt. Soziale Probleme und Einkommensverteilung stehen im direkten Zusammenhang. Nun könnte man daherkommen und sagen…ok dann verteilen wir einfach ein bischen von oben nach unten und alle Probleme sind gelöst. Dann würde aber sofort das Geschrei losgehen: “Kommunismus, Gleichmacherei usw.” Und da liefert das Buch eigentlich die noch viel bessere Erkenntnis. Eine Umverteilung zu gunsten der Armen nutzt den Reichen auch. Es wird ihnen nicht nur etwas weggenommen, sondern indirekt auch etwas dafür gegeben also dass z.B. die Kriminalität zurück geht oder die Lebenserwartung steigt. Also ich kann das Buch nur empfehlen. Die vielen Zahlen und die ganzen Statistiken sind zwar bischen tröge, aber die Schlussfolgerungen sind überzeugend. Und daraus leitet sich dann für mich die Erkenntnis ab, dass ab einem gewissen Wohlstandsniveau in einem Land, nicht unbedingt das 3.Auto zählt, sondern das Gefühl, dass es gerecht zu geht im Land. Wer das Buch sich ausleihen möchte kann sich gern melden.
ciao
Matti